Mozart-Presse
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- Category: Presse
- Created on Sunday, 12 February 2012 12:28
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Kritik zum Konzert: "Mozart - Arien und Lieder", 29. / 30. Juli 2011, Steffen Rosen, Bielefeld

Musikalische Mozart-Kugeln im stimmungsvollen Ambiente
Mezzosopranistin Inka Noack präsentiert einen genussvollen Mozart-Abend bei Steffen-Rosen
von Nikolas Müller
"Musik muss unterhaltsam sein" - mit den Worten Wolfgang Amadeus Mozarts eröffnete Inka
Noack ihren Liederabend mit Werken des Salzburger Meisters. Mit ihrer Begleiterin am Klavier,
Irine Gorgadze, hatte die Mezzosopranistin aus Werther am Wochenende wieder einmal in das
stimmungsvolle Ambiente bei Steffen-Rosen eingeladen, um vor ausverkauften Hause ein mosaikhaftes Porträt Mozarts aus Musik und Worten erklingen zu lassen.
Den 90 Zuhörern boten die glänzend aufgelegten Musikerinnen, die an diesem Abend atmosphärisch stimmig in historische Kleidern auftraten, ein abwechslungsreiches Programm aus Liedern und Opernarien, verzahnt mit Zitaten aus Briefen und historischen Berichten, die die dargebotenen Musikbeispiele mit biographischen Background füllten und ausgewählte Seiten der Persönlichkeit und Lebenswelt des Komponisten schlaglichtartig in den Fokus rückten. Inka Noack führte charmant und sehr beredsam das Publikum durch das Programm und schaffte mit einer organisch wirkenden Auswahl von Zwischentexten eine Brücke zwischen Worten und Tönen. Als besonders gelungen lebte das musikalische Programm von der Gegensätzlichkeit der Stimmungen. Gegen sehr ruhige, innige Werke wie "Ridente la calma" oder der "Abendempfindung" setzten die Künstler Stücke voller Schwung und Leichtigkeit, wie "An Chloe" oder "Das Veilchen". Auch die Dramatik kam an diesem Abend nicht zu kurz. Höhepunkte des Konzertabends waren die Arien aus "Le Nozze di Figaro" und "Cosi fan tutte", in denen Inka Noack mit ihrer kraftvoll-wohltuenden Stimme die Empfindungen auslotete und eine Unmittelbarkeit erzeugte, indem sie die Rollen des Cherubino und der Dorabella mit Inbrunst und schauspielerischer Präsenz ausfüllte. Die Mezzosopranistin scheute selbst nicht einen Wechsel in die Stimmlage des Soprans und interpretierte ergreifend und mit einer bemerkenswerten Intensität die Arie der Cometessa aus "Le Nozze di Figaro". Ein gelungener Ausflug in das "fremde" Fach, den das Publikum mit Begeisterung honorierte.
Als Inka Noacks ständige Begleiterin am Klavier beleuchtete Irine Gordgadze Mozarts Werke und erwies sich als eine präzise und kompetente Partnerin, die es verstand, mit ihrem beweglichzurückhaltenden Spiel eine hörbare Harmonie zwischen Stimme und Instrument zu entfalten. In der "Phantasie d-moll" arbeitete die Pianistin die gegensätzlichen Themen unverwechselbar und mit spielerischer Fingerfertigkeit heraus und entwickelte mit Verve den Kosmos Mozart'scher Geniestreiche.
Neben dem anspruchsvollen Hörgenuss konnten sich die Zuhörer in der Pause auch dem Gaumenschmaus hingeben, den originalen Mozart-Kugeln, die die Künstler allerdings mit der Bitte um eine kleine Spende für die Erdbebenopfer in Japan verknüpften. Und als Einsatz einer verlorenen Wette zur Frauen-Fussball-WM musste am Ende des zweistündigen Konzertes Inka Noack noch das japanische "Lied von der Teichschnecke" als Zugabe präsentieren, wobei sie augenzwinkernd auf ihre Unzulänglichkeit der japanischen Aussprache hinwies.
"Es war schwer, eine Auswahl für diesen Abend zu finden." Inka Noacks Worte erwiderten die Zuhörer mit tosendem Beifall, ein Beweis, dass die beiden Künstlerinnen mit der Auswahl der
Stücke und ihrer engagierten und leidenschaftlichen Vorstellung dem Publikum einen unvergesslichen und vor allem unterhaltsamen Abend beschert hatten."
Ich danke Nikolaus Müller und dem Westfalenblatt für die Erlaubnis, diesen Artikel auf meine Homepage zu stellen!